Pflanzenbasierte Ernährung: Wie Food Startups die Zukunft schmecken lassen
Die pflanzenbasierte Ernährung ist längst mehr als ein kurzfristiger Trend und prägt zunehmend Wissenschaft, Markt und gesellschaftliche Diskussionen. Wie aus einem ernährungswissenschaftlichen Ansatz ein Ernährungskonzept und eine eigenständige Produktkategorie im Food-Sektor wurde, beleuchtet der folgende Beitrag.
Ursprung und begriffliche Einordnung
Der Begriff der pflanzenbasierten Ernährung geht auf den amerikanischen Ernährungswissenschaftler T. Colin Campbell zurück, der ihn bereits in den 1980er-Jahren prägte. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten untersuchte Campbell insbesondere den Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und chronischen Erkrankungen. Sein Ansatz stellte pflanzliche Lebensmittel in den Mittelpunkt der Ernährung, ohne tierische Produkte grundsätzlich auszuschließen. Gerade diese flexible Ausrichtung unterschied die pflanzenbasierte Ernährung von strikt vegetarischen oder veganen Konzepten. Sie ermöglichte eine breitere Akzeptanz – sowohl innerhalb der Ernährungswissenschaft als auch in der öffentlichen Wahrnehmung. In der Folge etablierte sich „pflanzenbasiert“ als übergeordneter Begriff für Ernährungsweisen, die überwiegend auf pflanzlichen Lebensmitteln beruhen, jedoch individuelle Spielräume zulassen.
Vom wissenschaftlichen Konzept zum Food-Markt
Mit Beginn des 21. Jahrhunderts gewann die pflanzenbasierte Ernährung zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung. Was zunächst vor allem als fachliche Empfehlung diskutiert wurde, entwickelte sich in vielen westlichen Industrienationen zu einer bewussten Ernährungsentscheidung. Gründe dafür waren unter anderem eine stärkere mediale Präsenz, neue ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse sowie ein stetig wachsendes Angebot pflanzlicher Produkte im Handel. In diesem Umfeld entstanden zahlreiche Food-Startups, die pflanzenbasierte Ernährung für den Massenmarkt neu interpretierten.

Ein klassischer Kritikpunkt an pflanzlicher Ernährung ist der vermeintliche Mangel an Proteinen. Genau hier setzen viele Startups an: Omami etwa hat mit seinem Tofu ein besonders eiweißreiches Produkt im Angebot und verwendet dabei Kichererbsen als Proteinquelle statt Soja wie sonst üblich.. Oh my Seed, Finalist bei unserem Wettbewerb „Dein Newcomer 2025„, setzt auf Fleischalternativen aus Sonnenblumenkernen und fokussiert sich auf klare Zutatenlisten und funktionale Rohstoffe. peaceful delicious wiederum arbeitet mit dem fermentierten pflanzlichen Tempeh und verbindet traditionelle Verfahren mit modernen Ernährungskonzepten. Yumame Foods aus der Schweiz bietet fermentierte Pilzprodukte als pflanzliche Fleischalternativen mit besonderer Textur und intensivem Geschmack. Diese Unternehmen stehen exemplarisch für eine Marktphase, in der pflanzenbasierte Ernährung nicht mehr nur als individuelle Ernährungsweise verstanden wird, sondern als eigenständige Produktkategorie im Food-Sektor.
Nachhaltigkeit und Ausblick
Mit der wachsenden gesellschaftlichen Auseinandersetzung rund um Klimawandel, Ressourcenverbrauch und globale Ernährungssysteme gewann die pflanzenbasierte Ernährung zusätzlich an Relevanz. Die Reduktion tierischer Lebensmittel wird in diesem Kontext häufig als Ansatz zur Verringerung ökologischer Belastungen diskutiert. Mit Blick auf 2026 zeichnet sich ab, dass sich pflanzenbasierte Ernährung weiter im Alltag etablieren wird. Der Fokus liegt dabei weniger auf der strikten Abgrenzung einzelner Ernährungsformen als auf praktischen Kriterien wie Verfügbarkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit. Die oben genannten Food-Startups lassen sich vor diesem Hintergrund als Beispiele einer Marktentwicklung einordnen, die pflanzenbasierte Ernährung langfristig in bestehende Konsum- und Food-Strukturen verankert und sie damit vom Trend zu einem festen Bestandteil moderner Ernährung macht.
Bildmaterial: Beitragsbild: KI-generiert; Omami, Oh my Seed, peaceful delicious, Yumame






