Die wichtigsten Food-Finanzierungsrunden im Juni 2026
Im Juni 2026 standen in der Food-Welt zahlreiche Finanzierungsrunden und Förderzusagen im Fokus. Das Kapital fließt in Produktion, Forschung, Markteinführung und innovative Lebensmitteltechnologien. Der Überblick zeigt die wichtigsten Investments und Kapitalmaßnahmen des Monats.
Taifun-Tofu baut Lagerinfrastruktur aus und stärkt regionalen Sojaanbau

Die Taifun-Tofu GmbH investiert sechs Millionen Euro in eine neue Silo- und Maschinenanlage am Standort Freiburg. Das Projekt wird mit einer Million Euro Eigenkapital, vier Millionen Euro Bankdarlehen und einer Million Euro aus einer Crowdinvesting-Kampagne finanziert. Die Kampagne war bereits nach 2,5 Tagen vollständig gezeichnet. Ab November 2026 soll die Anlage mit einer Lagerkapazität von 3.000 Tonnen Sojabohnen die Annahme, Reinigung, Trocknung und Lagerung der Ernte direkt vor Ort ermöglichen. Taifun stärkt damit den regionalen Vertragsanbau in Deutschland, Österreich und Frankreich. Zudem reduziert das Unternehmen die Abhängigkeit von externen Dienstleistern. Laut Taifun sinken die Transportemissionen dadurch um rund 15 Tonnen CO₂ pro Jahr.
Business Finland unterstützt Solar Foods mit 77,8 Millionen Euro
Das finnische Foodtech-Unternehmen Solar Foods erhält 77,8 Millionen Euro öffentliche Förderung für den Bau seiner industriellen Solein-Produktionsanlage „Factory 02“ in Selkäharju. Die Förderung von Business Finland umfasst 39,6 Millionen Euro Zuschuss und 38,1 Millionen Euro F&E-Darlehen und steht unter der Bedingung, dass Solar Foods die endgültige Investitionsentscheidung trifft und die Gesamtfinanzierung sichert. Die Anlage soll schrittweise aufgebaut werden und ihre Jahreskapazität von derzeit 160 Tonnen (Factory 01) auf zunächst 3.200 und später 6.400 Tonnen Solein erhöhen. Die finale Investitionsentscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.
The Protein Brewery sichert sich 18 Millionen Euro

The Protein Brewery hat seine Series-B-Finanzierungsrunde um 18 Millionen Euro erweitert. Das Kapital soll in den Ausbau der Produktionskapazität, den europäischen Markteintritt von Fermotein, klinische Studien sowie Zulassungen in weiteren internationalen Märkten investiert werden. Die Finanzierung folgt auf die EU-Novel-Food-Zulassung für das Mykoprotein Fermotein. Das Unternehmen plant, die Produktionskapazität auf über 2.000 Tonnen pro Jahr zu erhöhen und die Zutat ab Sommer 2026 in Europa zu vermarkten. Insgesamt hat The Protein Brewery damit mehr als 70 Millionen Euro an Finanzierung eingeworben.
Coefficient Giving stellt 10 Millionen US-Dollar für Forschungsprojekte bereit
Die Organisation Coefficient Giving stellt bis zu 10 Millionen US-Dollar für Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich alternativer Proteine bereit. Ziel der Ausschreibung ist es, sensorische Defizite pflanzlicher und fermentierter Fleisch-, Ei- und Fischalternativen zu verbessern. Im Fokus stehen vier Bereiche: die Reduktion von Fehlaromen in pflanzlichen Zutaten, Ersatzstoffe für tierische Fette in der Aromaproduktion, Alternativen zu Eiern in verschiedenen Anwendungen sowie die Nachbildung von Fischaromen. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 10. August 2026, erste Förderentscheidungen sollen fortlaufend bis spätestens 30. November getroffen werden. Der Fonds betont, dass der Geschmack weiterhin das zentrale Hindernis für die breite Akzeptanz alternativer Proteine sei, obwohl der Markt in den letzten Jahren gewachsen ist.
KoRo erwirbt Seedtrace-Technologie für mehr Lieferkettentransparenz

KoRo hat die Intellectual Property (IP) von Seedtrace übernommen und sich damit die Nutzungsrechte an einer Software für Lieferkettentransparenz gesichert. Die Technologie ermöglicht die Erfassung, Dokumentation und Visualisierung von Lieferkettendaten sowie die Bereitstellung dieser Informationen für Verbraucher über QR-Codes oder den Onlineshop. Mit der Integration der Software will KoRo die Transparenz seiner Lieferketten ausbauen und sich auf künftige regulatorische Anforderungen vorbereiten. Das Unternehmen hat ausschließlich die Technologie übernommen; das Seedtrace-Team ist nicht Gegenstand der Transaktion.
EU fördert Vivici beim Ausbau alternativer Molkenproteine
Das niederländische Präzisionsfermentationsunternehmen Vivici erhält 12,5 Millionen Euro Förderung aus dem Accelerator-Programm des European Innovation Council (EIC). Mit dem Geld will das Unternehmen die Produktion und Vermarktung seiner mittels Präzisionsfermentation hergestellten, milchidentischen Proteine ausbauen und damit Engpässe bei konventionellem Molkenprotein abfedern. Vivici entwickelt Proteine unabhängig von der Molke-Lieferkette der Käseindustrie. Bereits 2025 hatte das Unternehmen 32,5 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde eingesammelt und sein Produktportfolio in den USA erweitert.
Bildmaterial: Taifun-Tofu, The Protein Brewery und KoRo









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