Die wichtigsten Food-Finanzierungsrunden im Oktober 2026
Im Oktober 2026 gab es mehrere Finanzierungsrunden und Übernahmen in der Lebensmittelbranche. Unternehmen aus den Bereichen Food-Tech, pflanzliche Alternativen und Proteininnovationen sicherten sich neues Kapital. Die Investitionen fließen in neue Technologien, den Ausbau der Produktion und die internationale Expansion.
7hauben übernimmt Vegan Masterclass und erhält sechsstellige Finanzierung
Das Linzer Unternehmen 7hauben übernimmt die deutsche Online-Kochschule Vegan Masterclass und das Weiterbildungsangebot der vefa Fernschule. Damit erweitert die Kochplattform ihr Angebot auf mehr als 150 Online-Kochkurse. Vegan Masterclass wird als eigenständige Marke weitergeführt. Parallel dazu schließt 7hauben eine Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich ab. Zu den Investoren gehört Traxit, ein Zusammenschluss ehemaliger Führungskräfte des Technologieunternehmens Tractive. Die Finanzierung deckt einen Teil des Kaufpreises, der übrige Betrag stammt aus dem eigenen Cashflow. 7hauben zählt nach eigenen Angaben rund 30.000 aktive Abonnenten und plant weiteres Wachstum durch internationale Expansion und strategische Übernahmen.
Oyster Bay VC erweitert Führung und plant Fonds III

Der Hamburger Food- und Agri-Tech-Investor Oyster Bay verstärkt seine Führungsebene: Ben Unterkofler, Mitgründer der Social-Impact-Marke share, steigt zum 1. Oktober 2026 als Partner ein. Er verantwortet künftig neben Investments und Portfoliobegleitung die Bereiche Marke und Kommunikation. Gemeinsam mit den Managing Partnern Christoph Miller und Felix Leonhardt sowie Philip Stark bilden sie die vierköpfige Führung des Investors. Seit dem Closing von Fonds II im November 2025 mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro hat Oyster Bay unter anderem in Meatly und eternal.ag investiert. Im Juni 2026 erfolgte mit dem Verkauf der Beteiligung an Nukoko an die Döhler Gruppe der erste Exit aus dem Fonds. Fonds III ist für 2028 geplant.
FOOD FOUNDERS Studio erhält 4 Millionen Euro und erweitert Technologiesuche
Das Zürcher Venture-Studio FOOD FOUNDERS Studio hat eine überzeichnete Finanzierungsrunde über vier Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll in neue Unternehmensprojekte und die Identifizierung geeigneter Technologien fließen. Neben Forschungsergebnissen von Universitäten und Forschungsinstituten öffnet das Studio seine Technologiesuche für Start-ups sowie Forschungs- und Entwicklungsteams von Unternehmen. Auch pausierte oder nicht weiterverfolgte Technologien können eingereicht werden. Die Bewertung erfolgt anhand technischer, wirtschaftlicher und industrieller Kriterien. Das Studio prüft unter anderem das Marktpotenzial und die Verwertbarkeit des geistigen Eigentums. Das erste gegründete Startup, SentiaNova, entwickelt ein geschmacksneutrales Erbsenproteinkonzentrat und arbeitet an der kommerziellen Produktion. Für das zweite Unternehmen sucht FOOD FOUNDERS Studio derzeit einen CEO und Mitgründer.
Greenforce übernimmt Neggst und sichert sich pflanzliche Ei-Technologie

Die Münchner Greenforce Future Food AG hat das Berliner Food-Tech-Unternehmen Neggst übernommen. Damit gehen die pflanzlichen Ei-Alternativen und das Patentportfolio des 2021 gegründeten Startups an Greenforce. Die Übernahme steht im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Greenforce durch LIVEKINDLY Collective, die noch unter behördlichem Genehmigungsvorbehalt steht. Neggst entwickelt pflanzliche Ei-Alternativen auf Basis von Süßkartoffeln, Ackerbohnen und Erbsen. Das Sortiment umfasst die Formate Patty, Poached, Bites und Scrambled und wird in Deutschland, Spanien und Frankreich über den Foodservice vertrieben. Nach Abschluss der Transaktionen soll die Technologie Zugang zu den Produktionskapazitäten und dem internationalen Vertriebsnetz von LIVEKINDLY erhalten.
Fleury Michon übernimmt britische Pflanzenmarke allplants vollständig
Der französische Lebensmittelhersteller Fleury Michon hat die britische Marke allplants vollständig übernommen. Die Transaktion umfasst das operative Vertriebsgeschäft, das Team und die Markenrechte. Allplants erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund fünf Millionen Euro und vertreibt pflanzliche Produkte im britischen Lebensmitteleinzelhandel. Mit der Übernahme will Fleury Michon die Marke als Vertriebsbasis für das eigene pflanzliche Sortiment in Großbritannien nutzen. Mitgründerin Ella Mills bleibt dem Unternehmen als Markenbotschafterin verbunden. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.
Edonia erhält 15 Millionen Euro für Spirulina-Proteinproduktion

Das französische Mikroalgen-Unternehmen Edonia hat eine Finanzierungsrunde über 15 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital dient dem Bau einer eigenen Produktionsanlage für Edo, ein Proteingranulat auf Spirulina-Basis. Angeführt wurde die Runde von SWEN Blue Ocean 2 gemeinsam mit Asterion Ventures und EIT Food. Ergänzt wird die Finanzierung durch öffentliche Fördermittel und Bankfinanzierung. Bereits vor Inbetriebnahme der Anlage hat Edonia rund 20 Verträge mit Kunden aus der Lebensmittelindustrie abgeschlossen. Die Vorbestellungen umfassen ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro. Edo wird mithilfe eines patentierten Garverfahrens aus Spirulina und Öl hergestellt und enthält laut Unternehmen 27 Gramm Protein pro 100 Gramm. Edonia plant, den B2B-Vertrieb im Foodservice in Europa, Japan und den USA auszubauen.
Pythag Tech sichert sich Seed-Finanzierungsrunde
Das New Yorker Startup Pythag Tech hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 4,25 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde wurde vom Klimaschutzinvestor Azolla Ventures angeführt. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine KI-gestützte Plattform zur Optimierung von Produktionsprozessen für kultiviertes Fleisch weiterentwickeln. Pythag Tech produziert selbst kein Fleisch, sondern entwickelt und lizenziert optimierte Herstellungsverfahren an Lebensmittelunternehmen. Die KI steuert Laborversuche zu Nährmedien, Zelllinienentwicklung und Bioprozesstechnik, um zentrale Kostenfaktoren zu reduzieren. Eine Partnerschaft mit dem australischen Hersteller Magic Valley besteht seit 2025. Ziel ist es, die Herstellung von kultiviertem Fleisch effizienter und für die industrielle Produktion skalierbar zu machen.
Beitragsbild: Pexels






Laori


RTL