Hot Honey im Battle: hottey schnappt sich den Löwen-Deal
Süß, scharf und bereit für die große Bühne: Maximilian Voigt und Julian Herrlich wollen mit hottey den Hot-Honey-Trend nach Deutschland bringen. Im Battle von „Die Höhle der Löwen“ setzten sie sich gegen Senor Lopez durch und sicherten sich einen Deal mit Andreas Herb. Im Interview sprechen sie über ihren Pitch und ihre Pläne für das weitere Wachstum.
Könntet ihr uns zu Beginn etwas über euch erzählen und was ihr vor hottey gemacht habt?
Wir sind Max und Julian aus Dresden. Kennengelernt haben wir uns als Kollegen in einer Dresdner Marketingagentur. Wir haben ständig neue Chilisoßen getestet und mehr über Rezepte und Foodtrends geredet als über die Arbeit. Max war lange Leistungssportler und hat in der Jugend-Bundesliga für Dynamo Dresden und RB Leipzig Fußball gespielt. Danach hat er Marketing studiert, viele Jahre im Online-Marketing und Vertrieb gearbeitet und eine eigene Amazon-Marke aufgebaut. Julian studierte Betriebswirtschaftslehre, hat Erfahrungen in der Gastronomie und im Weinbau. Er hat 2018 eine eigene Amazon-Marke gegründet, eine Weinbau-Software mit aufgebaut und organisiert Events und Weinführungen in Meißen. Bei hottey kümmert sich Max um Marketing, Vertrieb und den Onlineshop, Julian um Produktentwicklung, Finanzen und Amazon.
Wie ist die Idee für hottey entstanden?

Die Idee ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern am Esstisch, im heißen Sommer 2024. In den USA ist Hot Honey längst eine feste Größe auf Pizza, Fried Chicken oder BBQ. In Deutschland gab es nichts Vergleichbares, wir mussten Mike’s Hot Honey teuer aus den USA importieren. Als wir uns dann die Amazon-Umsätze der US-Bestseller angeschaut haben, sind wir fast vom Bürostuhl gefallen: sechsstellige Monatsumsätze. Also haben wir angefangen zu mischen. Wir haben unsere Küchen mit Honig, Chili und Essig verwüstet, es klebte überall, und wir haben literweise Milch getrunken, um unsere Schärferezeptoren zu retten. Mit drei Prototypen sind wir dann in die Dresdner Fußgängerzone gegangen und haben Freunde und Gastronomen probieren lassen. Das Feedback war eindeutig: „Wo gibt’s das?“, „Warum kann man das nicht kaufen?“, „Sagt Bescheid, wenn ihr das verkauft!“ Im September 2024 haben wir gegründet, neben unseren 40-Stunden-Jobs und drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche. Im Sommer 2025 ging hottey an den Start.
Was macht hottey besonders?
Wir waren der erste Hot Honey Deutschlands und bringen eine Kategorie hierher, die in den USA längst Kult ist: Sweet Heat, also süß und scharf zugleich. Unser Original besteht aus echtem Blütenhonig, dazu kommen Apfelessig und Cayenne-Chili. Mehr braucht es nicht. Inzwischen gibt es hottey in drei Sorten: Original mit Cayenne, Barbecue mit Chipotle und geräuchertem Salz und Extra Scharf mit Habanero. Am bekanntesten ist Hot Honey auf Pizza, aber es passt genauso zu Burgern, BBQ, Fried Chicken, Salaten, Bowls oder Käse. Und dann ist da unsere Marke: laut, auffällig, jung und gerne selbstironisch. Uns geht es nicht nur um eine Soße, sondern um eine Community. Unsere Fans nennen wir übrigens hotteys.
Was hat euch dazu bewogen, euch bei „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?
Kapital allein macht kein Food-Startup groß. Wir haben einen Löwen als strategischen Partner gesucht, der uns bei Markenaufbau, Zugang zum Handel und Skalierung unterstützt. Jemanden, der schon dort war, wo wir hinwollen, und uns damit ein paar Umwege erspart. Dazu kommt: Hot Honey ist erklärungsbedürftig. Die meisten sind erst skeptisch, bis sie probieren, und dann sind sie überzeugt. Keine Bühne bringt ein neues Lebensmittel so schnell in so viele Wohnzimmer wie „Die Höhle der Löwen“.
Wie habt ihr euch auf die Sendung vorbereitet?

Wir wussten: Vor den Löwen zählt jede Sekunde. Also haben wir unseren Pitch unzählige Male geprobt, jeden Satz auf den Punkt gebracht und jede Frage zu Zahlen, Marge und Handel vorher durchgespielt. Unsere Kalkulation kannten wir bis auf die Nachkommastelle, denn wir wussten, dass genau da nachgehakt wird. Mindestens genauso viel Arbeit steckt in der Vorbereitung auf die Ausstrahlung: Wir haben eine große Produktionscharge mit 40.000 Flaschen abgefüllt, unseren Onlineshop komplett neu aufgebaut und eigene Bundles für Pizza-, BBQ- und Burgerabende zusammengestellt. Wenn am Abend der Ausstrahlung die Bestellungen reinkommen, wollen wir lieferfähig sein.
Wie war euer Auftritt vor den Löwen und wie habt ihr die besondere Battle-Situation erlebt?
90 Sekunden. Mehr Zeit bekommt man in der Battle nicht, um die Löwen zu überzeugen. Genau darauf waren wir top vorbereitet: Wir hatten unseren Pitch so oft geprobt, dass jedes Wort saß und jede Übergabe zwischen uns beiden auf die Sekunde stimmte. Wir sind mit 60.000 Euro für 10 % der Firmenanteile in die Verhandlung gegangen. Natürlich war da eine gewisse Anspannung, als wir in die Höhle gelaufen sind. Aber wir waren von allem überzeugt, was wir mitgebracht haben: von unserem Produkt, von unserem Packaging, von unserem Business Case und davon, wie wir das Ganze im Pitch rüberbringen. Dieses Vertrauen hat uns die Ruhe gegeben, die man in diesem Moment braucht. Und wir hatten einen Plan: Andreas Herb ist großer Amerika-Fan, und Hot Honey ist ein echtes amerikanisches Kultprodukt. Wir haben von Anfang an darauf spekuliert, ihn für uns zu gewinnen. Spätestens als er probiert hat, wussten wir: Der Plan geht auf.
Was ist seit dem Deal passiert?
Wir haben einen Deal mit Andreas Herb gemacht, und seitdem ist viel passiert. Aus unserer GbR ist die hottey GmbH geworden. Wir haben die Rezeptur weiterentwickelt, das Sortiment auf drei Sorten ausgebaut und mit einem neuen Lohnhersteller unsere erste große Charge mit 40.000 Flaschen produziert. Im Handel waren wir schon vorher in ersten REWE-Märkten, jetzt laufen Gespräche mit großen Handelsketten. In der Gastronomie setzen immer mehr Pizzerien und Burgerläden auf hottey, und auch aus Österreich und Luxemburg kommen erste Anfragen von Händlern. Und eine neue Sorte ist schon in Arbeit, mehr verraten wir aber noch nicht.
Bildmaterial: RTL und hottey

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RTL / Frank W. Hempel

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