MySpirulina – Superfood direkt von der Fensterbank
Die Algenart Spirulina gilt als echtes Superfood, aber wie bekommt man die frisch auf den Tisch? Das Startup MySpirulina aus Kiel macht es möglich. Gegründet von Ben Schwedhelm und Sara Farzaneh, entwickelt es eine smarte Micro-Algenfarm für zu Hause. Im Interview verrät das Gründungspaar, wie die Idee entstanden und was aus dem Deal bei „Die Höhle der Löwen“ geworden ist.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns nehmt! Könntet ihr uns zu Beginn etwas über euch erzählen und was ihr vor MySpirulina gemacht habt?
Hinter dem Startup stehen Sara und Ben, die eine gemeinsame Geschichte verbindet, die weit vor dem Studium zurückreicht – bis in den Bio-Leistungskurs ihrer Schulzeit. Ben ist Biologe und fungiert als der wissenschaftliche Kopf des Teams. Er ist für die Produktentwicklung sowie die Steuerung der biologischen Prozesse der Algenfarmen verantwortlich und Sara ist die treibende Kraft hinter Marketing und Strategie. Sie sorgt dafür, dass das komplexe biologische Thema verständlich und attraktiv für den Endverbraucher kommuniziert wird.

Wie ist die Idee für MySpirulina entstanden?
Die Idee hat seine Wurzeln in Bens Auslandsaufenthalt in Südkorea (2015–2016), wo er Algen als zukunftsweisendes Nahrungsmittel entdeckte. Zurück in Deutschland stellte er fest, dass frische Algen kaum verfügbar waren – es gab fast nur hochverarbeitetes Pulver oder Tabletten, die oft fischig schmecken. Das motivierte ihn, selbst Spirulina zu Hause anzubauen. Sara war von dem Konzept sofort begeistert, und so nahm die Idee bereits lange vor der eigentlichen Gründung Gestalt an.
Was macht MySpirulina besonders?
MySpirulina bringt den Anbau von frischer Spirulina direkt in die eigene Küche. Das Besondere ist die Vollautomatisierung:
- Intelligentes System: Ein System im Deckel überwacht Lichtverhältnisse und steuert die Intervall-Lüftung, sodass kein biologisches Fachwissen nötig ist.
- Frische statt Pulver: Vitamine und Enzyme bleiben zu 100 % erhalten, und die Alge ist absolut geschmacksneutral (kein fischiger Beigeschmack).
- Nachhaltigkeit: Dank integrierter Solartechnik arbeitet das Gerät hocheffizient und autark.
Was hat euch dazu bewogen, euch bei „Die Höhlen der Löwen“ zu bewerben?
Die Entscheidung war ein bewusster Schritt, um MySpirulina aus der Prototypen-Phase herauszuheben. Es ging nicht nur um ein Investment für Wachstum, sondern vor allem um Mentoring und Marktexpertise. Ziel war es, von dem Netzwerk der Löwen zu profitieren, um den heimischen Algenanbau auf das nächste Level zu heben und komplexe Prozesse in Handel und Marketing schneller zu verstehen.
Wie habt ihr euch auf die Sendung vorbereitet?
Die Vorbereitung war ein echter Marathon. Wir haben unzählige Stunden in Pitch-Trainings investiert und intensiv an unserem Auftritt gefeilt. Die größte Herausforderung war es, die komplexe Welt von MySpirulina – von der Biologie der Alge bis hin zur vollautomatisierten Technik – so zu komprimieren, dass sie in kürzester Zeit für jeden verständlich wird. Wir wollten nicht nur ein Produkt präsentieren, sondern das Erlebnis einer eigenen Algenfarm greifbar machen. Hinter dem fertigen Pitch steckte also eine Menge Feinschliff, um die Begeisterung für frische, lebendige Superfoods präzise auf den Punkt zu bringen.

Wie war euer Auftritt vor den Löwen?
Unser Auftritt war eine echte Achterbahn der Gefühle – ein Mix aus Adrenalin und purem Stolz. Es war ein unglaublicher Moment, unsere MySpirulina-Farm endlich auf dieser riesigen Bühne zu präsentieren. Unsere Vision ist klar: Wir wollen Algen endlich sexy machen! Wir wollten den Löwen und den Zuschauern zeigen, was diese Superfoods wirklich drauf haben, wenn man sie frisch und lebendig direkt in der eigenen Küche erntet. Vor den Löwen zu stehen und zu beweisen, dass man für High-Tech-Algenanbau kein Biologiestudium braucht, war ein riesiger Meilenstein für uns. Das positive Feedback zu unserem technologischen Vorsprung hat uns extrem bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den Eigenanbau von Superfoods zum neuen Standard im modernen Lebensstil zu machen.
Was ist seit dem Pitch passiert?
In der Sendung haben wir tatsächlich einen Deal bekommen! (Anmerkung der Redaktion: Judith Williams und Carsten Maschmeyer haben für insgesamt 50 % Unternehmensanteile 200.000 Euro geboten.)
Doch im Nachgang, während der intensiven Gespräche, hat sich gezeigt, dass wir unterschiedliche Visionen für die strategische Ausrichtung von MySpirulina hatten. Wir haben uns daher entschieden, unseren Weg eigenständig weiterzugehen, um unserer ursprünglichen Vision – frische Spirulina in jeden Haushalt zu bringen – treu zu bleiben. Seitdem ist unglaublich viel passiert: Wir haben fantastische Business Angels mit an Bord geholt, die unsere Werte voll teilen. Wir haben die Zeit genutzt, um die Technik (vor allem das Monitoring-System) zur Serienreife zu führen. Jetzt blicken wir voller Vorfreude auf den Mai, wenn der offizielle Launch unserer MySpirulina-Farm ansteht und unsere Kunden endlich ihre eigenen Algen ernten können!
Fotos: RTL / Bernd-Michael Maurer






RTL / Bernd-Michael Maurer
Bernd-Michael Maurer


