Functional Food: Food-Startups mit Mehrwert auf dem Speiseplan
Lebensmittel sollen satt machen und schmecken – doch immer häufiger sollen sie noch mehr leisten. Unter dem Begriff Functional Food haben sich Produkte etabliert, die gezielt einen gesundheitlichen Zusatznutzen versprechen. Doch was genau steckt hinter dem Konzept, wie sinnvoll sind diese Lebensmittel und wo liegen ihre Grenzen? Wir haben die Antworten!
Was ist Functional Food?
Als Functional Food werden Lebensmittel bezeichnet, die über ihre klassische Nährstoffversorgung hinaus einen spezifischen gesundheitlichen Nutzen bieten sollen. Verantwortlich dafür sind sogenannte bioaktive Substanzen. Diese kommen entweder natürlicherweise in Lebensmitteln vor oder werden gezielt durch technologische Verfahren ergänzt. Ziel ist es, bestimmte physiologische Funktionen im Körper zu unterstützen, die allgemeine Gesundheit zu fördern und das Risiko ernährungsbedingter Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Leiden, Osteoporose oder Stoffwechselstörungen zu senken. Klassische Beispiele sind probiotische Joghurts, mit Vitaminen angereicherte Milchprodukte oder Margarinen mit zugesetzten Omega-3-Fettsäuren.
Functional Food in der Praxis: Innovationen und Startups

Neben etablierten Marken prägen insbesondere junge Unternehmen den Markt für funktionelle Lebensmittel. Sie verbinden Gesundheitsaspekte mit modernem Design, Nachhaltigkeit und innovativen Produktideen. So bietet Berwork mit der „Powerwurst“ ein Produkt mit fast 50 % Eiweiß, das gezielt sportliche und ernährungsbewusste Konsumenten anspricht. Auch baelanse legt mit ihren Nussriegeln Wert auf natürliche, gesunde und geschmackvolle Produkte aus hochwertigen Zutaten, reich an Ballaststoffen und probiotischen Kulturen.
Funktionelle Getränke gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Der Substanz-Drink kombiniert Pflanzenextrakte mit Vitaminen und Spurenelementen wie B‑Vitamine, Magnesium, Selen und Vitamin C, ergänzt durch Fruchtmischungen und Teeextrakte, um langanhaltende Energie zu liefern. Flocke produziert ballaststoffreiche, darmfreundliche Eistees ohne Industriezucker oder Zusatzstoffe. Bears with Benefits entwickelt funktionale Nahrungsergänzungsmittel in Gummibärchenform: Die „Belly Bites“ enthalten probiotische Kulturen sowie Zink zur Unterstützung von Stoffwechsel und Immunsystem.
Wissenschaftliche Einordnung und Abgrenzung
Functional Food nimmt eine Zwischenposition ein: Es ist weder klassisches Lebensmittel noch Medikament oder reines Nahrungsergänzungsmittel. Die Produkte werden im Alltag wie gewöhnliche Nahrung konsumiert und ersetzen keine medizinische Therapie. Für einige Inhaltsstoffe existieren gut belegte wissenschaftliche Erkenntnisse. Probiotika (lebende Organismen in Lebensmitteln), meist Milchsäurebakterien, können etwa die Zusammensetzung der Darmflora positiv beeinflussen, die Verdauung unterstützen und zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Pflanzensterine (pflanzliche Stoffe, die den Cholesterinspiegel senken) wiederum können nachweislich den Cholesterinspiegel senken, indem sie die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen. Bei vielen anderen Produkten ist der gesundheitliche Nutzen jedoch weniger eindeutig. Er hängt stark von der enthaltenen Menge, der regelmäßigen Aufnahme sowie individuellen Faktoren wie Lebensstil und Vorerkrankungen ab. Wichtig bleibt daher: Functional Food kann eine ausgewogene Ernährung sinnvoll ergänzen, sie jedoch nicht ersetzen.
Rechtlicher Rahmen und kritische Stimmen

In der Europäischen Union unterliegt Functional Food der strengen Health-Claims-Verordnung. Diese legt fest, welche gesundheitsbezogenen Aussagen zulässig sind. Jede beworbene Wirkung muss wissenschaftlich geprüft und offiziell genehmigt sein, irreführende oder unbelegte Versprechen sind verboten. Dennoch gibt es Kritik. Vor allem der Marketingaspekt steht im Fokus: Verbraucherinnen und Verbraucher könnten Produkte als grundsätzlich „gesund“ wahrnehmen, obwohl sie unter anderem hohe Zucker- oder Fettgehalte aufweisen. Hinzu kommt, dass Functional-Food-Produkte häufig teurer sind als vergleichbare herkömmliche Lebensmittel.
Bildmaterial: Beitragsbild; KI-generiert; Berwerk; baelanse; Substanz-Drink; Flocke; Bears of Benefits



Tim Schneider Fotografie
RTL / Bernd-Michael Maurer



