Upcycling Food: Startups machen Überschuss wertvoll

Upcycling von Lebensmitteln hilft, die weltweit verbreitete Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Viele Lebensmittel landen schon während des Herstellungsprozesses ungenutzt im Abfall, obwohl sie sich durch Upcycling in wertvolle Produkte verwandeln ließen. Dieser Beitrag zeigt, wie Startups zur besseren Nutzung dieser Ressourcen beitragen können.

Was ist Upcycling Food?

Upcycling Food verarbeitet Lebensmittel oder Nebenprodukte, die im regulären Produktions- oder Konsumprozess aussortiert werden, zu neuen Produkten. Dies können Rückstände aus der Lebensmittelindustrie, überschüssige Erzeugnisse oder optisch nicht normgerechte Rohstoffe sein. Das Ziel besteht darin, diese Ressourcen nicht einfach zu entsorgen, sondern stattdessen in neue, hochwertige Produkte zu verwandeln. Im Unterschied zum klassischen Recycling steigert Upcycling den Wert der Rohstoffe. Aus vermeintlichen Abfällen entstehen Produkte, die für den menschlichen Verzehr geeignet und oft ernährungsphysiologisch wertvoll sind.

Praktische Anwendungen

Upcycling Food lässt sich auf verschiedenen Ebenen umsetzen. Industrielle Nebenprodukte wie Treber aus der Bierproduktion, altes Brot oder Fruchtpressreste werden zu Mehl, Snacks oder Getränken weiterverarbeitet. Durch diese Nutzung können Abfallmengen reduziert und gleichzeitig wertvolle Nährstoffe wie Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß erhalten werden. Darüber hinaus verlängert die Haltbarmachung und Weiterverarbeitung von Lebensmitteln, etwa durch Trocknen, Pressen oder Fermentieren, die Nutzbarkeit von Rohstoffen und reduziert gleichzeitig den Verderb. Dabei verbinden einige Unternehmen diese Ansätze mit sozial-ökologischen Projekten, indem sie beispielsweise Recycling-Initiativen in den Herkunftsländern umsetzen oder neue Arbeitsplätze schaffen. Um Upcycling Food erfolgreich umzusetzen, sind technologische Innovationen, umfassende Qualitätskontrollen und eine transparente Kommunikation entscheidend, um Lebensmittelsicherheit und Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern zu gewährleisten.

Startups im Bereich Upcycling Food

Die wachsende Food-Startup-Szene zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig Upcycling im Lebensmittelbereich umgesetzt werden kann. brewbee nutzt Bier-Nebenprodukte für Tiefkühlpizza und seine „Tschipps“ und trägt so zur Reduzierung von Foodwaste bei, während gleichzeitig nachhaltige Snackoptionen geschaffen werden. Auch Solcina aus Vechta zeigt, wie innovative Konzepte im Snackbereich aussehen können: Das Unternehmen stellt vegane, glutenfreie Kochbananenchips her und legt dabei besonderen Wert auf faire Arbeitsbedingungen, direkten Handel mit Kleinbauernkooperativen sowie nachhaltiges Upcycling. Kern Tec verarbeitet ungenutzte Aprikosenkerne in proteinreiche, nussfreie, vegane Pasten und Öle. Brew Bites setzt ebenfalls auf proteinreichen Biertreber und zaubert daraus eine Alternative sowohl zu Fleisch als auch zu Tofu. Zusammen verdeutlichen diese Beispiele, dass Upcycling-Lebensmittel nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen leisten, sondern auch wirtschaftlich attraktive, nachhaltige Produkte schaffen.

Vorteile von Upcycling Food

Die Vorteile von Upcycling Food sind vielfältig. Unternehmen reduzieren Abfallmengen, schonen natürliche Ressourcen und schaffen neue Wertschöpfungsketten, insbesondere für Startups. Zudem sensibilisiert Upcycling Food Verbraucherinnen und Verbraucher für nachhaltigen Konsum und regt zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln an. Gleichzeitig gibt es Herausforderungen: rechtliche Rahmenbedingungen und Vorschriften zur Lebensmittelsicherheit müssen strikt eingehalten werden, logistische Prozesse für die Sammlung und Verarbeitung von Nebenprodukten sind aufwendig, und die Akzeptanz bei den Konsumentinnen und Konsumenten erfordert transparente Kennzeichnung und Aufklärung.

Bildmaterial: brewbee, Solcina, Brew Bites und Kern Tec