Das wurde aus Andenkrafts Doppel-Deal bei den Löwen
In der neusten Folge von „Die Höhle der Löwen“ hat Andenkraft mit einer Zuckeralternative einen Deal mir Judith Williams und Frank Thelen abgeschlossen. Wir haben mit dem Gründer Justinian Moreno gesprochen und erfahren, wie er sich auf den Auftritt vorbereitet hat, was hinter der natürlichen Süße steckt, welchen sozialen und gesundheitlichen Impact die Produkte erzeugen und was aus dem Deal schließlich geworden ist.
Lieber Justinian, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Könntest du uns zu Beginn etwas über dich erzählen und was du vor Andenkraft gemacht hast?
Mein Name ist Justinian Emmanuel Gomez Moreno. Ich bin 35 Jahre alt, in Diepholz geboren und in Bremen aufgewachsen. Meine familiären Wurzeln liegen in Peru – meine Familie stammt von einem der größten indigenen Völker Südamerikas ab, den Inka. Die warme, naturverbundene südamerikanische Kultur hat mich in meiner Kindheit stark geprägt. Nach meinem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zum Außenhandelskaufmann und studierte anschließend Global Management an der Hochschule Bremen. Während meines Auslandssemesters in Ecuador wurde mir klar, dass ich unternehmerisch tätig sein möchte. Nach dem Studium gründete ich eine kleine Lebensmittelmanufaktur für lateinamerikanisches Streetfood wie Empanadas. Die Resonanz war sehr positiv – doch mit Beginn der Corona-Pandemie konnten wir das Geschäft nicht weiterführen. Diese Phase war herausfordernd, aber sie hat mir auch die Chance gegeben, neu zu denken.
Wie ist die Idee für Andenkraft entstanden?

Nach dem Ende meiner ersten Gründung stellte ich mir die Frage: Was möchte ich wirklich aufbauen und welchen Mehrwert soll es haben? Mir war klar: Es soll etwas mit Südamerika zu tun haben. Auf einer Reise durch Peru lernte ich in den Anden auf über 2.500 Metern Höhe den Kleinbauern Edwin Solis kennen. Er baut in zweiter Generation Yacon an – eine süßkartoffelartige Wurzel, die in Peru seit Jahrhunderten als natürlicher Zuckerersatz genutzt wird. Mich faszinierte sofort die Kombination aus natürlicher Süße und hohem Ballaststoffgehalt. Während wir in Europa intensiv über Zuckerreduktion sprechen, nehmen viele Menschen gleichzeitig zu wenig Ballaststoffe zu sich – dabei sind sie ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. In diesem Moment wurde mir klar: Diese Pflanze hat das Potenzial, auch in deutschen Haushalten ihren Platz zu finden – ob als Sirup oder als Zutat in Schoko-Cremes oder Snacks. Sie verbindet bewusste Ernährung und Genuss auf natürliche Weise. Gemeinsam mit meiner Co-Founderin Maren – die heute auch meine Frau ist – entstand daraus Andenkraft.
Was macht Andenkraft besonders?
Andenkraft ist für uns mehr als ein Food-Unternehmen. Wir arbeiten direkt mit Bauernfamilien in Peru zusammen, die ihre Pflanzen im Einklang mit der Natur anbauen und ökologischen Anbau fördern. Statt kurzfristiger Handelsbeziehungen setzen wir auf langfristige Partnerschaften. Wir zahlen unseren Partnern bis zu 30 % mehr für ihre Yacon-Wurzel. Das schafft Planungssicherheit und ermöglicht es vielen Familien, nachhaltig zu wirtschaften und ihren Kindern Bildung zu ermöglichen. Gleichzeitig entwickeln wir Produkte für den europäischen Markt, die Genuss und bewusste Ernährung verbinden. Unser Yacon Sirup und unsere Nusscremes bieten eine natürliche Alternative für Menschen, die ihren Zuckerkonsum reduzieren möchten – ohne auf Geschmack zu verzichten.
Unsere Schokocremes enthalten beispielsweise bis zu 70 % weniger Zucker als herkömmliche Produkte und liefern rund 15 Gramm Ballaststoffe pro 100 Gramm – ganz ohne künstliche Süßstoffe. Yacon weist zudem einen niedrigen glykämischen Index auf und kann im Rahmen einer bewussten Ernährung eine interessante Option für Menschen sein, die ihren
Blutzuckerspiegel im Blick behalten möchten. Ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist außerdem unser Wasserprojekt in Peru. Gemeinsam mit einer NGO ermöglichen wir in abgelegenen Regionen durch innovative Wassergewinnung den Zugang zu sauberem Trinkwasser. In den kommenden fünf Jahren möchten wir dazu beitragen, bis zu 100.000 Menschen langfristig Zugang zu Wasser zu ermöglichen. Für uns endet Verantwortung nicht beim Produkt.
Was hat dich dazu bewogen, dich bei „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben?

„Die Höhle der Löwen“ war für uns der nächste logische Schritt. Wir wollten Andenkraft auf eine größere Bühne bringen – nicht nur als Produkt, sondern als Idee. Viele Menschen kennen Yacon noch nicht. Die Sendung bietet die Möglichkeit,
Millionen Zuschauer zu erreichen und ein neues Bewusstsein für traditionelle Pflanzenkultur zu schaffen. Natürlich spielt auch Kapital eine Rolle. Noch wichtiger als das sind für uns jedoch strategisches Know-how, Mentoring und der Zugang zu einem starken Netzwerk sowie zum Lebensmitteleinzelhandel. Für die nächste Wachstumsphase ist genau diese Kombination entscheidend.
Wie hast du dich auf die Sendung vorbereitet?
Sehr intensiv. Ich bin eigentlich eine sehr introvertierte Person, daher musste ich viel an unserem arbeiten und diesen immer wieder schärfen – inhaltlich und emotional. Dabei wurden wir von einem professionellen Pitch-Coach aus Hamburg begleitet, von dem wir viel lernen durften. Er hat uns geholfen, unsere Geschichte klar zu strukturieren und unsere Zahlen präzise auf den Punkt zu bringen. Uns war wichtig, nicht nur Umsätze zu präsentieren, sondern die Vision hinter Andenkraft
greifbar zu machen. Denn in der Höhle geht es nicht nur um eine gute Geschichte – sondern um Substanz.
Wie war dein Auftritt vor den Löwen?
Ich schaue „Die Höhle der Löwen“ seit der ersten Staffel und war immer ein treuer Zuschauer der Sendung. Schon damals habe ich mir gedacht: Eines Tages wollen wir dort stehen. Als es dann so weit war, war ich natürlich sehr nervös. Das ist ein Moment, auf den man lange hinarbeitet – und plötzlich steht man tatsächlich in dieser Höhle. Eine große Unterstützung war für mich meine Mutter Rosa, die mich in die Höhle begleitet hat. Ihre Anwesenheit hat mir Sicherheit gegeben. Gleichzeitig wusste ich: Das ist unsere Bühne. Das ist der Moment, den wir für Andenkraft nutzen müssen – nicht nur für uns, sondern auch für unsere Partner in Peru. Ich war sehr fokussiert und wollte so klar wie möglich zeigen, wofür Andenkraft steht: für
bewusste Ernährung, faire Partnerschaften und sozialen Impact.
Besonders gefreut hat mich, wie positiv die Löwen auf unsere Produkte reagiert haben. Unsere Nusscremes, der Yacon Sirup und die Kakaonibs konnten geschmacklich überzeugen. Dieses Feedback war für uns enorm wertvoll. In der Sendung kam es schließlich zu einem Deal mit Judith Williams und Frank Thelen (80.000 Euro für 35 %). Das war ein Moment, der uns natürlich sehr glücklich gemacht hat. Für mich war die Teilnahme eine außergewöhnliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Und ohne die Unterstützung meiner Co-Founderin Maren sowie unserer Familien, Freunde und Wegbegleiter wäre dieser Schritt nicht möglich gewesen.
Was ist seit dem Pitch passiert?

Seit unserem Auftritt hat sich bei Andenkraft viel bewegt. Wir haben unsere Produktpalette erweitert und neue Produkte entwickelt, die auf Yacon basieren. Gleichzeitig konnten wir unsere Lieferketten weiter stabilisieren und professionalisieren. Logistisch sind wir heute deutlich besser aufgestellt. Zudem haben wir verschiedene Unternehmensbereiche strategisch neu strukturiert und mit erfahrenen Partnern besetzt. So können wir uns noch stärker auf Marke, Produktentwicklung und Wachstum konzentrieren. Ein großer Fokus liegt aktuell auf unserem eigenen Onlineshop. Über unsere Social-Media-Kanäle – insbesondere Instagram – konnten wir Andenkraft weiter bekannt machen und eine starke Community aufbauen.
Auch mit Judith Williams und Frank Thelen stehen wir weiterhin in konstruktivem Austausch. Nach der Sendung folgten intensive Gespräche zur konkreten Ausgestaltung einer möglichen Zusammenarbeit. Ein finaler Deal wurde bisher noch nicht abgeschlossen, jedoch prüfen beide Seiten sorgfältig die nächsten Schritte wie eine mögliche Zusammenarbeit. Unabhängig vom finalen Vertragsstatus war der Auftritt für uns ein bedeutender Meilenstein. Er hat uns Sichtbarkeit, Wachstum und wertvolle Impulse gebracht. Jetzt konzentrieren wir uns auf nachhaltige Skalierung – mit dem Ziel, Andenkraft als feste Größe im Bereich natürlicher Zucker-Alternativen in Europa zu etablieren.
Bildmaterial: RTL / Bernd-Michael Maurer





RTL / Bernd-Michael Maurer


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