So hilft die Planetary Health Diet Gesundheit und Klima

Beim Food Innovation Camp 2024 in Hamburg stand die Zukunft unserer Ernährung im Mittelpunkt, insbesondere die Planetary Health Diet (PHD), die nicht nur unsere Gesundheit verbessern, sondern auch den Planeten schützen soll. Die zentrale Frage war, wie man diese nachhaltige Ernährungsweise in der breiten Bevölkerung etablieren kann.

Was ist die Planetary Health Diet?

Die Planetary Health Diet ist ein Ernährungskonzept, das eine gesunde und nachhaltige Ernährung für die wachsende Weltbevölkerung fördern und die Umwelt schonen soll. Es legt den Schwerpunkt auf eine ausgewogene Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen. Der Konsum von rotem Fleisch und anderen tierischen Produkten wird stark reduziert zugunsten pflanzlicher Proteinquellen. Gesunde Fette, insbesondere aus pflanzlichen Ölen, Nüssen und Samen, stehen im Mittelpunkt, während Zucker und Salz nur eine Nebenrolle spielen sollen.

Die Lebensmittelproduktion soll umweltfreundlich und nachhaltig gestaltet sein, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Regionale und saisonale Produkte werden bevorzugt, um Transportwege zu verkürzen und die Umweltbelastung zu verringern. Dieses Konzept zielt darauf ab, die Gesundheit der Menschen zu verbessern, indem es die Risiken für chronische Krankheiten senkt, und gleichzeitig die Umweltbelastung durch die Lebensmittelproduktion zu verringern.

Herausforderungen und Chancen

Estella Schweizer, Botschafterin für klimafreundliche Küche und die Planetary Health Diet, wies beim Food Innovation Camp darauf hin, dass viele Menschen in Deutschland das Konzept als Einschränkung empfinden. „Es geht nicht darum, auf Genuss zu verzichten, sondern neue kulinarische Möglichkeiten zu entdecken“, erklärte Schweizer bei einem Panel. Sie betonte, dass Kochkurse und Aufklärungskampagnen helfen könnten, die Vorteile der PHD zu vermitteln und Vorurteile abzubauen.

Antje de Vries, kreative Köchin und Food-Nomadin, fügte hinzu, dass Kreativität in der pflanzenbasierten Küche entscheidend sei, um Vorbehalte abzubauen. „Es braucht mutige Gastronomen, die zeigen, dass pflanzliche Gerichte nicht nur nachhaltig, sondern auch lecker und vielfältig sind“, sagte de Vries. Sie verwies auf das Erfolgsmodell von Chickpeace, einem Catering-Service in Hamburg, den geflüchtete Frauen bettreiben, die traditionelle Speisen aus ihren Heimatländern anbieten. Dies fördert nicht nur die Integration, sondern zeigt auch die kulinarische Vielfalt der pflanzenbasierten Küche.

Die Rolle der Gastronomie

Lukas Jakobi, Sternekoch und Eigentümer des Restaurants Zwanzig23 in Düsseldorf, weist der Gastronomie eine Schlüsselrolle zu: „Wir haben die Möglichkeit, Trends zu setzen und unseren Gästen die Vorteile einer nachhaltigen Küche näherzubringen“, so Jakobi. Sein Restaurant beweist, wie abwechslungsreich und genussvoll eine pflanzenbetonte Küche sein kann. Das Zwanzig23 ist mit einem MICHELIN Stern ausgezeichnet und steht für eine Küche voller Finesse. Zudem erhielt das Restaurant zusätzlich den Grünen MICHELIN Stern, der für Gastronomie und Nachhaltigkeit steht. Hier wird nachhaltiges Fine Dining geboten, das sich durch regionale, saisonale und ressourcensparende Konzepte wie Zero Waste auszeichnet.

Verbrauchertrends und Marktforschung

Robert Kecskes von GfK Germany dem größten Marktforschungsinstitut in Deutschland, stellte fest, dass trotz steigender Nachfrage nach gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln viele Konsumenten noch skeptisch sind. „Die Gastronomie kann hier als Vorbild fungieren. Positive Erfahrungen in Restaurants können die Bereitschaft erhöhen, diese Ernährungsweise auch privat zu übernehmen“, erklärte Kecskes.

Fazit: Gemeinsam für eine klimafreundliche Ernährung

Insa Horsch, die das Panel moderierte, fasste zusammen: „Um die Planetary Health Diet in der Breite zu verankern, braucht es eine gemeinsame Anstrengung von Gastronomie, Konsumenten und Politik. Der Fokus sollte auf Genuss und Vielfalt liegen, um die Menschen für eine klimafreundliche Ernährung zu begeistern.“

Insa Horsch moderierte das Panel zur Planetary Health Diet
Insa Horsch moderierte das Panel zur Planetary Health Diet

Diese Beispiele zeigen, wie durch eine gemeinsame Anstrengung von Gastronomie, Konsumenten und Politik die Prinzipien der Planetary Health Diet umgesetzt und in der Breite verankert werden können. Indem der Fokus auf Genuss und Vielfalt gelegt wird, können Menschen für eine klimafreundliche Ernährung begeistert werden, was langfristig zur Gesundheit von Mensch und Umwelt beiträgt.

Fotos: Stefan Groenveld