Die wichtigsten Food-Finanzierungsrunden im Mai 2026
Die Food-Finanzierungsrunden im Mai 2026 zeigen erneut, wie stark Kapital in alternative Proteine, Fermentation und Indoor-Farming fließt. Besonders kultiviertes Fleisch und myzelbasierte Technologien rücken dabei in den Fokus der Investoren.
Meatly sichert 10,4 Millionen britische Pfund für Pilotanlage
Meatly hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 10,4 Millionen britische Pfund eingesammelt. Mit dem Geld baut das Londoner Unternehmen eine Pilotanlage für kultiviertes Fleisch mit 20.000 Litern Kapazität – laut eigener Aussage die größte Europas. Produktionsstart und erste Produkte sind für 2027 geplant. Meatly war 2024 das erste Unternehmen in Europa mit Zulassung für den Verkauf von kultiviertem Fleisch und testete 2025 bereits Produkte im Einzelhandel. Der Fokus liegt zunächst auf Tiernahrung, insbesondere „Meatly Chicken“ für den britischen Markt. Die Investoren sehen in kultiviertem Fleisch eine nachhaltige Alternative zur herkömmlichen Fleischproduktion. Meatly betont vor allem Fortschritte bei der Kostensenkung, etwa durch eigene Bioreaktoren und günstigeres Nährmedium, um die Produktion wirtschaftlich skalieren zu können.
Stallgrün fördert Indoor-Farming in ehemaligen Schweineställen

Stallgrün erhält 125.000 Euro Förderung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), um ein Indoor-Farming-Konzept in ehemaligen Schweineställen weiterzuentwickeln. Ziel ist es, dort ganzjährig regionale Kräuter und Gemüse anzubauen. Stallgrün nutzt leerstehende Stallgebäude, die gut isoliert sind, und stattet sie mit automatisierten Systemen für Bewässerung, Düngung, Licht und Klima aus. Dadurch soll wetterunabhängige Produktion möglich werden. Hintergrund ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft und der hohe Gemüseimport in Deutschland. Das Konzept soll Landwirten neue Einnahmequellen bieten, Transportwege verkürzen und Emissionen reduzieren. Stallgrün versteht sich dabei als Ergänzung zum klassischen Ackerbau, nicht als Ersatz.
Adamo Foods erhält 10 Millionen Euro EU-Förderung
Adamo Foods erhält 10 Millionen Euro Förderung von der EU (CBE JU im Rahmen von Horizon Europe), um seine auf Myzel basierende Technologie für „Whole-Cut“-Fleischalternativen in die industrielle Produktion zu überführen. Im Projekt „MycoStruct“ arbeitet das Unternehmen mit einem europäischen Konsortium aus Industrie- und Forschungspartnern zusammen, darunter Bühler, TU Delft und die Bidfood Group. Ziel ist es, die Produktion von Pilz-Steaks im größeren Maßstab technisch und wirtschaftlich zu ermöglichen. Adamo Foods nutzt ein patentiertes Fermentationsverfahren, das die Struktur von Fleisch mithilfe von Myzel nachbildet. Die Technologie soll eine skalierbare, kreislauforientierte Alternative zu Rindfleisch schaffen und dabei auch Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie verwerten.
SuperMeat erhält Finanzierung für Lizenzmodell und Markteintritt in Europa

Agronomics beteiligt sich mit rund 5 Millionen US-Dollar an der Series-A-Finanzierungsrunde des israelischen Cultivated-Food-Unternehmens SuperMeat. Zusätzlich bringen weitere Investoren Kapital ein, sodass insgesamt etwa 10 Millionen US-Dollar eingesammelt werden. Die Finanzierung soll beim Aufbau eines lizenzbasierten Geschäftsmodells unterstützen. Als erster Markteintrittsraum ist die Schweiz vorgesehen, wo unter anderem Tests, Partnerschaften und Zulassungsprozesse geplant sind. Nach Abschluss der Runde wird Agronomics rund 27,8 Prozent an SuperMeat halten. Das Unternehmen arbeitet an kultiviertem Hühnerfleisch und verfolgt eine stärkere Kommerzialisierung in Europa.
Infinite Roots übernimmt Bosque Foods und bündelt Myzel-Technologien
Infinite Roots übernimmt Bosque Foods, um seine Aktivitäten im Bereich myzelbasierter Lebensmitteltechnologien auszubauen. Durch die Übernahme kombiniert das Hamburger Unternehmen verschiedene Fermentationsansätze und erweitert seine Expertise bei strukturierten Fleischalternativen auf Pilzbasis. Die Integration von Technologie, Prozessdaten und geistigem Eigentum soll Entwicklungsprozesse beschleunigen und die industrielle Umsetzung neuer Produkte erleichtern. Gleichzeitig stärkt Infinite Roots seine Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Mit der Akquisition verfolgt das Unternehmen das Ziel, seine Rolle als europäische Plattform für skalierbare Myzel-Anwendungen weiter auszubauen.
Phytolon sammelt 23,6 Millionen US-Dollar für natürliche Lebensmittelfarbe aus Hefe ein

Das israelische Biotech-Startup Phytolon hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 23,6 Millionen US-Dollar eingesammelt und damit insgesamt 43,6 Millionen US-Dollar Kapital aufgenommen. Das Unternehmen Phytolon entwickelt natürliche Lebensmittelfarbstoffe auf Fermentationsbasis als Alternative zu synthetischen Farbstoffen und will damit vor allem den US-Markt erschließen. Die Produktion basiert unter anderem auf fermentierter Hefe, wodurch bereits ein erstes Produkt („Beetroot Red“) von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassen wurde. Die Finanzierung soll den Ausbau von Vertrieb, Produktion und internationalen Lieferketten ermöglichen, insbesondere für Anwendungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie weiteren Bereichen wie Süßwaren, Milchprodukten, Saucen und möglicherweise auch Pharma.
allO sichert sich Series-A-Finanzierungsrunde
Das Startup allO hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 14 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen entwickelt eine KI-native Plattform für Restaurants, die verschiedene bisher getrennte Systeme wie Kassensysteme, Reservierungen, Bestellungen und Backoffice in einer Lösung zusammenführt. Ein zentraler Ansatz sind sogenannte KI-Mitarbeiter bzw. AI Agents, die operative Aufgaben eigenständig übernehmen sollen, etwa Anrufe annehmen, Reservierungen verwalten oder Bestellungen verarbeiten. Mit dem frischen Kapital will allO seine Plattform in Europa weiter ausbauen, neue KI-Agenten entwickeln und Restaurants stärker in Richtung automatisierter Abläufe entwickeln. Bereits mehr als 1.000 Restaurantstandorte nutzen die Software des Unternehmens.










