Ernährung als Medizin? Warum selbst Christian Rach und Silja Schäfer sagen: So einfach ist es nicht
Wir wissen heute ziemlich genau, was gesunde Ernährung ist. Und trotzdem essen wir anders. Dieser Widerspruch zieht sich durch unsere Gesellschaft – und genau deshalb rücke ich ihn beim Food Innovation Camp am 22. Juni bewusst in den Mittelpunkt. Dazu hole ich mir prominente Unterstützung auf die Bühne der Handelskammer Hamburg.
Wenn Ernährungsmedizinerin Dr. Silja Schäfer, TV-Koch Christian Rach, Content Creatorin Stefanie Mejeh und Catering-Unternehmer Thorsten Greth aufeinandertreffen, geht es nicht um die nächste Liste mit Ernährungstipps. Es geht um eine viel grundlegendere Frage: Warum gelingt es uns so oft nicht, das umzusetzen, was wir längst verstanden haben?
Zwischen Wissen und Wirklichkeit liegt der Alltag

Eigentlich ist alles klar. Dank unzähliger Ernährungsratgeber, Food-Influencer und aufklärender Fernsehformate wissen wir, dass wir mehr Gemüse essen, unseren Zuckerkonsum reduzieren und häufiger selbst kochen sollten. So weit, so gut. Und doch reicht ein ganz normaler Mittwoch, um zu zeigen, wie wenig dieses Wissen in der Realität trägt. Zwischen Terminen, Verpflichtungen und Erschöpfung entscheiden wir nicht nach Ernährungsleitlinien, sondern danach, was schnell geht, verfügbar ist und vor allem: was sich gut anfühlt.
Sollten wir daher diese Entscheidungen den Menschen abnehmen? Ein Blick nach Dänemark oder ins Vereinigte Königreich zeigt, wie politische Maßnahmen in die Lebensmittelindustrie eingreifen können, um den Zuckerkonsum zu reduzieren. Doch ist das wirklich die Lösung, oder ersetzen wir damit nur individuelle Entscheidungen durch staatlich verordnete Ernährungsdogmen? Diese Fragen richte ich unter anderem an meine Gäste auf der FIC-Bühne. Ich interessiere mich dabei weniger für die Frage, was gesund ist, sondern vielmehr dafür, warum gesunde Entscheidungen im Alltag so schwer fallen und welche systemischen Knöpfe wir drücken sollten, um die grassierenden nahrungsbedingten Erkrankungen unserer Gesellschaft einzudämmen.
Vier Persönlichkeiten, die das Thema aus unterschiedlichen Welten betrachten
Mit Dr. Silja Schäfer steht eine der sichtbarsten Persönlichkeiten der Ernährungsmedizin auf der Bühne. Als Fachärztin für Innere Medizin und Teil der NDR-Reihe Die Ernährungs-Docs begleitet sie seit Jahren Menschen mit chronischen und ernährungsbedingten Erkrankungen. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen klassischer Medizin und präventiven Ansätzen. Genau dort, wo sich entscheidet, ob Ernährung als Therapie ernst genommen wird oder nicht.
Christian Rach bringt eine Perspektive ein, die tief in der Esskultur verwurzelt ist. Seine Laufbahn führte ihn von der klassischen Ausbildung in europäischen Küchen bis hin zu einem der bekanntesten Gastronomen Deutschlands. Mit seinem Restaurant „Tafelhaus“ prägte er die deutsche Gastronomieszene über Jahre hinweg, einem breiten Publikum wurde er später durch Formate wie Rach, der Restauranttester bekannt. Heute beschäftigt er sich verstärkt mit gesellschaftlichen Fragen rund um Ernährung, Genuss und Alltagskultur – und damit, wie Menschen überhaupt wieder einen Zugang zu gutem Essen finden.




Mit Steffi Mejeh kommt eine Stimme auf die Bühne, die einen ganz anderen Hintergrund hat. Als Content Creatorin erreicht sie über soziale Medien eine große Community, der sie Ernährung nicht über Fachsprache, sondern über Alltag und persönliche Erfahrung näherbringt. Ihr Weg in dieses Thema begann nicht akademisch, sondern sehr persönlich – geprägt durch ihre eigene gesundheitliche Situation und die intensive Auseinandersetzung damit. Heute verbindet sie beides: digitale Reichweite und eine sehr unmittelbare, lebensnahe Perspektive auf Ernährung.
Thorsten Greth schließlich bringt die systemische Dimension ins Gespräch. Als Geschäftsführer von Klüh Catering verantwortet er täglich die Verpflegung von tausenden Menschen in Kitas, Unternehmen und Krankenhäusern. Damit bewegt er sich genau dort, wo Ernährung nicht individuell geplant wird, sondern Teil eines größeren Systems ist. Gleichzeitig engagiert er sich mit Klüh Catering als Gründungsmitglied der Allianz für verantwortungsvolle Ernährungskultur für eine Transformation der Gemeinschaftsverpflegung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Gesundheitsorientierung.
Ernährung passiert nicht im Idealfall
Ernährung findet selten unter idealen Bedingungen statt. Sie passiert nicht im Lehrbuch, sondern im echten Leben – im Supermarkt, in der Kantine, zwischen zwei Terminen, wenn die Kinder aus der Schule kommen und hungrig sind oder spät am Abend nach einem langen Tag. Und genau deshalb reicht Wissen allein oft nicht aus. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto klarer wird: Ernährung ist nicht nur eine Frage von Disziplin oder Information. Sie ist geprägt von Routinen, von Verfügbarkeit, von Preisen und von den Strukturen, in denen wir uns bewegen.
Perfekte Bühne für die entscheidenden Fragen
Das Food Innovation Camp schafft am 22. Juni den perfekten Raum für diese Diskussion. Für Perspektiven, die sich ergänzen – und manchmal auch widersprechen. Und für die Erkenntnis, dass die Zukunft von Ernährung nicht nur auf dem Teller entschieden wird, sondern in den Strukturen dahinter. Wer diese Diskussion live erleben möchte, sollte sich diesen Programmpunkt nicht entgehen lassen. Tickets gibt es hier:


Jan Wagner







