Kitchentown

Ein Paradies für Foodstartups – Mitten in Berlin!

In Großstädten eine Produktionsküche oder einen passenden Co-Working Space zu finden, stellt für viele Food-Startups eine Hürde dar. Trotz der großen Nachfrage mangelt es an geeigneten Angeboten. KitchenTown bietet mit seinem offnen Konzept eine Lösung für das Problem. Es vereint Produktion, Entwicklung, Networking und Events unter einem Dach – und das mitten in Berlin! Wir haben den Co-Founder Eike Kieras zu diesen Themen interviewt und nachgefragt, was Startups bei KitchenTown wirklich erwartet.

Hallo liebes Kitchentown Team! Stellt euch doch gerne erst einmal vor.

Hey, ich bin Eike Kieras, einer der Co-Founder von KitchenTown Berlin.
Bei KitchenTown unterstützen wir Food- und Foodtech-Startups von der ersten Idee eines Produkts, über den Product-Market-Fit bis in die Skalierungsphase. In unserer hochflexiblen Produktionsstätte können Gründer*innen ihre Produktidee entwickeln, testen und auf den Markt bringen. Wir haben einen Co-Working Space, ein Produktentwicklungslabor sowie eine Produktionsküche. Ergänzt durch notwendiges Branchenwissen, bieten wir Startups so Zugang zu allen relevanten Themen für die Skalierung der Produktidee – alles unter einem Dach.

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Eike Kieras (3 v.l.) und das Team von Kitchentown (Foto: Kitchentown (c) Nina Keinrath)

Wie ist die Idee zur Kitchentown entstanden?

Mein Co-Gründer Lukas Neuß und ich haben erkannt, dass die Startups spezielle Bedürfnisse haben, die alle nicht bahnbrechend neu sind, aber die einfach so noch niemand kombiniert hat. Bei uns machen wir viele der Anforderungen von Food Startups an einem Ort zugänglich. Neben Schreibtisch und Wlan geben wir unseren Mitgliedern/innen in unserem Space auch die Möglichkeit selbst am Produkt zu arbeiten. So kann zum Beispiel mit Coaching und professioneller technischer Ausstattung eigenständig an der Rezeptur gefeilt werden. Gleiches gilt für unsere Produktionsküche, wo erste Chargen hergestellt werden können. Der Schritt zur Lohnherstellung ist in der ganz frühen Phase noch viel zu weit weg. Die Mindestbestellmenge ist meinst viel zu groß und unerschwinglich und Tests in kleinem Mengen geben mehr Spielraum für Verbesserungen. 

Welche Schwierigkeiten musstet ihr auf dem Weg mit Kitchentown überwinden?  

Die Standortsuche und -erschließung hat uns viel Zeit und Nerven gekostet. Schlussendlich haben wir eine Location in idealer Lage gefunden, 5 Minuten vom Alexanderplatz entfernt.

Mit der Lebensmittelaufsicht haben wir während dieser Zeit einen engen Kontakt gepflegt, da unsere Räumlichkeiten ja dafür ausgelegt sind, regalfertige Produkte zu produzieren – da muss das Hygienekonzept natürlich sitzen. 

Ihr bietet Food und Tech Startups den Platz und die Ausstattung an, um nachhaltig wachsen zu können. Wie unterstützt ihr sie genau?

Der Kern unseres Angebots gliedert sich in drei Teilbereiche auf: Co-Working, Produktentwicklung und Herstellung in Kleinmengen. Die Startups können in monatlichen Mitgliedschaften immer genau den Service buchen, den sie für ihre individuelle Phase brauchen. Neben der technischen Ausstattung erhält die Membership natürlich noch Coaching durch unsere Produktionsmanagerin Leyla und Lebensmitteltechnologin Katharina.

Ergänzt wird das Kernangebot durch die Food Community und das Netzwerk, sowie relevantes Branchen Knowhow, das wir auf Events zugänglich machen. 

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In der großen Produktionsküche können mehrere Startups gleichzeitig arbeiten. (Foto: Kitchentown (c) Nina Keinrath)

Welche Dinge muss ein Startup mitbringen, um in eurem Programm aufgenommen zu werden?

Unsere Mitgliedschaften sind offen für verschiedene Konzepte – neue Retail Brands, direct-to-consumer Modelle sowie neue Zutaten und Herstellungsmethoden. Thematisch gesehen passen Produkte besonders gut zu uns, die sich mit Nachhaltigkeit und Zirkularität, Personalisierter Ernährung oder Alternativen Proteinquellen beschäftigen, genau wie Tech Lösungen für die Food Produkte.

Was ratet ihr Startups zu beachten, wenn sie auf der Suche nach einer Produktionsküche sind? 

Lasst euch das Hygienekonzept zeigen. Ein einwandfreier Hygienestandard ist ein absolutes Muss. Wenn ihr die Küche mit anderen teilt, stellt sicher, dass sie genauso sauber arbeiten wie ihr oder noch besser, dass die Produktionsküche eine Ansprechperson hat, der/die die Mieter/innen managet. Idealerweise kann diese Person dann natürlich auch bei technischen und produktspezifischen Fragen unterstützen. 

Was muss eine Produktionsküche einem Startup alles bieten können, damit sie diese bestmöglich nutzen können?

Die Ausstattung der Küche muss natürlich zu den Anforderungen deines individuellen Produkts passen, sodass du ein sicheres Lebensmittelherstellen kannst. Außerdem wichtig: Kühl- und Staumöglichkeiten, eine gute Verkehrsanbindung (für dich und Lieferanten), sowie die Möglichkeit Paletten anliefern und lagern zu können. 

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Hochmoderne Geräte sind teuer – das Shared Kitchen-Prinzip ist eine gute Lösung dafür. (Foto: Kitchentown (c) Nina Keinrath)

Eine Produktionsküche in Deutschland ist schwer zu finden, obwohl eine so hohe Nachfrage besteht. Wie könnt ihr euch das erklären?

Das liegt unserer Meinung daran, dass die Needs der Startups ziemlich neu und vielfältig sind. Der Planungshorizont ist eher kurzfristig (keine lange Mietvertragsdauer) und eine zentrale Lage ist auch von großer Bedeutung. Außerdem muss die Produktionsküche groß genug sein, aber nicht zu teuer und die komplette Ausstattung wie Maschinen etc. ist idealerweise auch schon vorhanden.
Genau aus dem Grund haben wir uns für das Shared Kitchen-Prinzip entschieden. Denn professionelles Equipment ist teuer, aber wenn man sich das teilt, ist es selbst für ganz junge Unternehmen mit wenig finanzieller Ausstattung tragbar. 

Was sind eure Pläne und Ziele für die Zukunft?

Wir sind total glücklich, dass wir nach bereits einem halben Jahr schon eine so große und lebendige Food Community aus 70+ Mitgliedern haben. Durch die COVID-19 Pandemie angestoßen, haben wir unser Angebot ein bisschen weiter ausgebaut und bieten jetzt sowohl eine Remote Membership für die Produktentwicklung an. 

Das Accelerator Program haben wir auch für Food Teams geöffnet , die außerhalb von Berlin ansässig sind. Die Lockdown-Zeit hat gezeigt, dass wir vieles virtuell abdecken können und gelegentliche Besuche in Berlin ausreichen, um gemeinsam an innovativen Food Konzepten zu feilen. Da freuen wir uns auf den nächsten Batch!

Vielen Dank für das Interview!

Wenn ihr mehr über Produktionsküchen lesen wollt, schaut doch einfach mal hier vorbei!

Beitragsbild: Kitchentown (c) Nina Keinrath